Geschichte der OG Filder

Gründung im Jahr 1929

Die Ortsgruppe Filder wurde im September 1929 ins Leben gerufen. Die Mitglieder kamen aus verschiedenen Filder-Gemeinden, weshalb der Name „Filder“ gewählt wurde. Diese Filder-Gemeinden beinhalteten damals auch einige Orte, die heute Stadtteile von Stuttgart sind wie bspw. Vaihingen, Möhringen oder Degerloch. Der Begriff „Filder“ kommt von „Felder“, in diesem Fall die Felder oberhalb Stuttgart.

 

Aktivitäten in den ersten 30 Jahren

Im Juli 1931 konnte die OG Filder ihren ersten Übungsplatz in Stuttgart-Möhringen mit OG-Prüfung einweihen. Bereits im Jahr 1933 konnte die Ortsgruppe drei Hunde zur Siegerprüfung melden. Auch während der schwierigen Kriegsjahre wurde unter dem Vorsitzenden Gottlob Fink (1934-1963) die Ausbildung weitergeführt; noch 1941 konnten über 40 Hunde zur Prüfung gebracht werden. In der Nachkriegszeit wuchs die OG Filder sehr schnell, da sich viele Leute zum Schutz einen Schäferhund anschafften. In verschiedenen umliegenden Gemeinden wurden Unterabteilungen der OG Filder gegründet, die heute zum Teil noch als eigenständige Ortsgruppen fortbestehen. In diesem Zeitraum hatte die OG Filder fast 200 Mitglieder.

 

Von 1949 – 1972 haben Mitglieder der OG Filder ununterbrochen an Ausscheidungsprüfungen teilgenommen und konnten in diesem Zeitraum fünfmal den Landessieger stellen: Walter Raff in den Jahren 1951 und 1952 mit „Cäsar vom Stolzenstein“ sowie Horst Wöhl in den Jahren 1957 und 1959 mit „Falko vom Heßlacker Eck“ und 1963 mit „Sonja v.d. Barnberger Höhle“. 1958 musste die OG Filder von ihrem ersten Übungsplatz auf einen neuen Platz an der Plieninger Straße umziehen. Der Platz und das neu errichtete Vereinsheim wurden 1959 zum 30jährigen Jubiläum eingeweiht.

 

Sonderschauen und Zuchterfolge bis in die 70er Jahre

Züchter der OG Filder sorgten über die Jahre immer wieder für sehr guten Schäferhund-Nachwuchs. Reinhold Jörke konnte mit seiner "Quitte vom Maschtor" in den Jahren 1956-1958 dreimal hintereinander die Siegerin der Landeszuchtschau stellen. 1972 erreichte er mit seiner „Pamela von der Murrenhütte“ den zweiten Platz bei der Hauptzuchtschau. Im Jahre 1965 erreichte Rolf Fauser mit seiner Hündin "Landa von der Wienerau" den ersten Platz auf der Hauptzuchtschau der bis dahin größte Zuchterfolg der OG Filder. Lothar Finke mit seinem „Norbo von der Sturmwolke“ konnte ebenfalls drei Jahre hintereinander, 1974-1976, den Sieg bei der Landeszuchtschau erreichen. Bereits zum zehnjährigen Gründungsjubiläum im Jahr 1939 und in regelmäßigen Abständen bis 1990 – wurden mit großem Erfolg Sonderschauen in der OG Filder durchgeführt.

 

Neuanfang im Fasanenhof

1972 musste die OG Filder ein weiteres Mal ihren Platz räumen. Das auch heute noch genutzte Übungsgelände liegt im Stuttgarter Ortsteil Fasanenhof. Im Juni 1975 konnte dank der großen Einsatzbereitschaft und Mithilfe vieler Mitglieder das neue Vereinsheim eingeweiht werden. In den folgenden Jahren wurden unter dem Vorsitzenden Horst Wöhl (1973-1996) diverse Landesveranstaltungen in der OG ausgerichtet, bspw. 3mal die LGA (1971, 1989, 1997), 4mal die LG-FH (1975, 1977, 1980, 1991) und 2mal eine Jugendmeisterschaft (1982, 1984). Von 1977 bis 1983 veranstaltete die OG Filder jährlich ein Pfingstturnier sowie weitere Wettkämpfe.

 

Die Durchführung der Landesmeisterschaft 1989 erforderte dabei einen besonders hohen Einsatz aller Mitglieder, da sich mit über 80 Hundeführern so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor gemeldet hatten. Dabei zeigte sich im Besonderen das gute und harmonische Einvernehmen der OG Filder mit den anderen Möhringer Vereinen und dem Bezirksamt Möhringen. So erklärte sich ein Möhringer Sportverein sofort bereit, uns den für eine solche Veranstaltung erforderlichen Fußballplatz zur Verfügung zu stellen, und Bezirksvorsteher Lohmann übernahm spontan die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung.

 

Auch in diesem Zeitraum waren Mitglieder der OG Filder in der Leistung erfolgreich. 1981 konnte Kurt Falkenstein mit seinem "Flori vom Berglein" den Landessieger stellen. 1983 und 1984 konnte er diesen Erfolg wiederholen und erreichte auf der Bundessiegerprüfung 1983 den dritten Platz.

 

Die Zucht- und Ausstellungserfolge konnten ebenfalls weitergeführt werden. Besonders hervorzuheben Christina Unterberg, die bspw. mit „Cisco vom Haus Unterberg“ bei der italienischen Siegerschau 1974 den Gewinner stellen konnte. Mit weiteren Hunden aus der eigenen Zucht gewann sie zweimal die Landesmeisterschaft in der Junghundklasse. Mit „Dolda von Bergmannshof“ erreichte sie VA5 bei der Siegerschau 2009. Mit „Yasabel die Casa Beggiato“ erzielte sie mehrfach ein VA in Italien und ein V4 auf der deutschen Siegerschau 2019. Michael Jakesch konnte mit seiner „Salome von El Tous“ auf der Siegerschau 1996 in der Junghundklasse die Siegerin stellen und 1999 ein VA erzielen. Christina Unterberg organisiert auch heute noch die jährlich in der OG Filder stattfindende Körung und steht den Mitgliedern als erfahrene Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um Zucht und Ausstellung zur Seite.

 

Auch in den 2000ern erfolgreich

In den 2000er Jahren sind insbesondere die Leistungserfolge von Thomas Altenburger hervorzuheben. Er war bis jetzt mit fünf verschiedenen Hunden 10-mal auf der LGA und 8-mal auf der BSP. Mit seinem „Yardas von der Mohnwiese“ konnte er 2013, 2015 und 2016 die Landesmeisterschaft gewinnen, 2015 erzielte er zudem Platz 2 auf dem 7-Länder-Wettkampf. Seinen größten Erfolg hatte er bereits 2002 mit „Kondor vom Flughafenrand“, mit welchem er auf der BSP den 4ten Platz belegte und sich somit für die Teilnahme an der WUSV-WM qualifiziere. Seine langjährige Erfahrung gab und gibt er dabei als Ausbildungswart gerne an die Mitglieder der OG weiter und konnte damit diverse Vereinskameraden bei der Teilnahme an überregionalen Veranstaltungen unterstützen.

 

Im Jahr 2019 konnte die OG Filder ihr 90jähriges Bestehen feiern. An der Jubiläumsveranstaltung im Januar 2020 nahmen auch mehrere Vorstandsmitglieder der Landesgruppe Württemberg (Vorsitzende Tine Lasser, Ausbildungswart Daniele Strazzeri, Zuchtwart Hans-Peter Rieker) teil. Dabei wurde auch der Ehrenvorsitzende der OG und Ehrenrichter der Landesgruppe, Horst Wöhl, für seine 70jährige Mitgliedschaft im SV und der OG geehrt.

 

 

Eine vollständige Liste der bisherigen Vorsitzenden findet sich auf der Seite über den Vorstand der Ortsgruppe.